Neue Bildungshürden. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat der Nationalrat während der Sommerferien das Universitätsgesetz geändert. Demnach haben die österreichischen Universitäten ab jetzt die Möglichkeit, Zugangsbeschränkungen für alle weiterführenden Studienrichtungen einzuführen.
Die GPA-djp in ihrer Funktion als StudentInnengewerkschaft lehnt die Einführung der Zulassungsbeschränkungen klar ab.
Viele Studierende sind nun verunsichert, weil sie nicht wissen, ob sie nach dem Bachelorabschluss zum Masterstudium (früher Magister) zugelassen werden bzw. ob sie ein PhD-Studium (früher Doktorat) beginnen können. Bestehende Nachteile, die sich aus der Umstellung auf das dreistufige Bolognasystem ergeben, werden somit verschärft. Zunehmender Konkurrenzdruck, die Komprimierung des Lehrstoffs und eine starke Verschulung der Universitäten machen vielen Studierenden zu schaffen. Die Umstellung auf das Bolognasystem sorgt an vielen Instituten für Chaos.
Unklarheiten und Unmut
Die Einführung der Zugangsbeschränkungen heizt den Unmut zusätzlich an! Immer mehr macht sich das Gefühl breit, dass die Bachelorstudien zu einer Massenabfertigung werden und die Aufbaustudien nur mehr einer kleinen Elite vorbehalten sind. Und das, obwohl die Zukunftsperspektiven mit einem Bachelorabschluss bis dato vollkommen unklar sind.
Ebenso unklar ist, ob und wie die einzelnen Institute die Zugangsbeschränkungen gestalten werden. Bundesminister Hahn spricht in diesem Zusammenhang von “qualitativen Zulassungsbedingungen”.
Da dies nicht näher konkretisiert wird, kann das von bisheriger Studiendauer oder Notendurchschnitt über Fremdsprachenkenntnisse bis Aufnahmetests u.Ä. alles heißen.
Zusätzliche Bildungshürde
Als StudentInnengewerkschaft lehnen wir die Einführung der Zulassungsbeschränkungen ab. Neben den immer noch nicht vollständig abgeschafften Studiengebühren stellen sie eine zusätzliche Bildungshürde dar. Weibliche Studierende, KollegInnen mit Migrationshintergrund, Studierende, die neben dem Studium arbeiten, oder StudentInnen aus finanziell benachteiligten Familien werden dabei einmal mehr auf der Strecke bleiben.
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(Dieser Artikel ist auch im Magazin Kompetenz abgedruckt worden.)
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