Die GPA-djp im Web 2.0

Social Media. Millionen von Menschen nutzen tagtäglich die interaktiven Medien im Internet. Eine moderne Gewerkschaftsbewegung kann sich den Herausforderungen der neuen Kommunikation nicht verschließen.

Die “Uni brennt”-Bewegung österreichischer Studierender oder Initiativen gegen rechte Politik, wie z. B. der Lichtertanz gegen Rosenkranz beweisen, dass im Web 2.0 mehr möglich ist als Party-Fotos und Szene-Tratsch. Geglückte politische Bewegungen vernetzen sich verstärkt in den “Social Media” wie Weblogs, Twitter, Facebook und YouTube; ebenso fand auf internationaler Ebene die Mobilisierung gegen die Regierung Berlusconi oder die Bewegung gegen das Regime im Iran im Web 2.0 statt.

Auch immer mehr Unternehmen entdecken die Bedeutung der Präsenz in diesen Kommunikationskanälen. „Gewerkschaften dürfen sich den Chancen und Möglichkeiten, die soziale Medien bieten, nicht verweigern“, so das Credo des deutschen Journalisten und Arbeitsrechtlers Andreas Skowronek. ‘Die GPA-djp im Web 2.0′ weiterlesen

Zwischen McJobs, Studium und Arbeitslosigkeit

Wolfgang KatzianPerspektiven. Jung, gut ausgebildet, flexibel, belastbar und bescheiden beim Gehalt. So wün- schen sich Arbeitgeber ihren Nachwuchs. Junge Menschen auf Jobsuche sind zu allem bereit.

Arbeitgeber stellen hohe – oft kaum erfüllbare – Anforderungen an die jungen Menschen auf Jobsuche und bieten nur wenig. Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt machts möglich. Was aus Sicht der Unternehmer kurzfristig lukrativ erscheint – mit billigen bis kostenlosen Arbeitskräften Personalengpässe abzudecken –, hat für die Gesellschaft fatale Folgen.

Junge Menschen (fast) gratis arbeiten zu lassen, stellt eine Entwertung der Person genauso wie der Ausbildung dar. Zudem ist es für eine Gesellschaft nur schwer zu verkraften, wenn ihrer Jugend die Perspektiven fehlen und hoch qualifizierte Menschen so zur “Generation Praktikum” werden, die jahrelang mit McJobs und Umgehungsverträgen ihr Arbeitsleben fristet. ‘Zwischen McJobs, Studium und Arbeitslosigkeit’ weiterlesen

Dauerbaustelle Bildung

Reformbedarf. „Bildung soll allen zugänglich sein. Man darf keine Standesunterschiede machen”, wusste schon der chinesische Gelehrte Konfuzius. SchülerInnen, StudentInnen und Lehrlinge warten in Österreich schon zu lange auf Chancengleichheit im Bildungsbereich.

Vom “höchstmöglichen Bildungsniveau”, das der gesamten Bevölkerung unabhängig von Herkunft und finanzieller Lage gesichert werden muss, ist in der österreichischen Verfassung die Rede. Die Realität sieht aber anders aus: So belegt die PISA-Studie, dass im Jahr 2007 mit 30 Prozent weitaus mehr Eltern mit einfachem Pflichtschulabschluss ihren Kindern den Besuch eines Kindergartens vorenthielten als AkademikerInnen (fünf Prozent).

Während hier mit dem verpflichtenden Kindergartenjahr versucht wird, gegenzusteuern, gibt es einstweilen nur theoretische Lösungen, um diese herkunftsbedingten Selektionseffekte in der Schullaufbahn zu vermeiden. Je niedriger das Einkommen der Eltern, desto eher wechseln die Kinder auch mit guten Zeugnissen nach der Volksschule nicht in die AHS. So streben 58 Prozent aller 15-jährigen Kinder von Eltern, die niedrig qualifizierte Tätigkeiten ausführen, keine Matura an, während 77 Prozent aller gleichaltrigen Kinder von Eltern in höheren oder führenden Tätigkeiten Schulformen besuchen, die mit der Matura abschließen. ‘Dauerbaustelle Bildung’ weiterlesen

Fair statt prekär

Arbeitsrecht. SchülerInnen und StudentInnen arbeiten in den Ferien, um Geld zu verdienen und Praxis zu sammeln. Es braucht aber klare Regelungen rund um die Ferialjobs. Denn auch hier gilt: Vertrag, Entlohnung und Sozialversicherung müssen stimmen!

Gute Sommerjobs sind rar. Dennoch ist es nicht ratsam, für „die Ehre und Gottes Lohn“ zu arbeiten. Wer sich für einen Job in den Sommermonaten entscheidet, sollte sich vorab genau erkundigen, zu welchen Bedingungen er oder sie arbeiten wird. Leider ist es in vielen Firmen üblich geworden, die jungen MitarbeiterInnen ohne Dienstvertrag, dafür aber angestrengt und vollwertig werken zu lassen.

Nicht ausbeuten lassen
Einen Ferialjob ohne schriftlichen Dienstvertrag anzutreten, bedeutet oft, am Ende des Monats 200 bis 300 Euro aufs Konto zu bekommen, ohne für die Zeit der Beschäftigung sozialversicherungsrechtlich abgesichert gewesen zu sein. „Meldet ein Betrieb seine FerialmitarbeiterInnen bei der jeweiligen Gebietskrankenkasse nicht an, dann bedeutet das für die ArbeitnehmerInnen, dass sie während dieser Zeit weder kranken- noch unfallversichert sind und auch keine Pensionszeiten für einen späteren Pensionsanspruch erwerben. Das ist Ausbeuterei und illegal!“, kritisiert GPA-djp-Jugendsekretärin Barbara Marx. ‘Fair statt prekär’ weiterlesen

Zukunftschancen

Dwora SteinDiese Ausgabe der KOMPETENZ richtet sich schwerpunktmäßig an die jüngere Generation. Die derzeit in Ausbildung befindlichen jungen Menschen stehen vor nicht gerade rosigen Zukunftsperspektiven. Ein völlig aus den Fugen geratenes neoliberales Wirtschaftssystem gefährdet viele Grundparameter unseres Sozialstaates und somit auch die Zukunftschancen. Dabei hatten es schon vor der Krise viele junge Menschen extrem schwer, ihre Kenntnisse und ihre Kreativität entsprechend einzubringen. Es muss gelingen, die Grundregeln unseres Wirtschaftssystems radikal zu verändern und das Potenzial junger Menschen nicht als eines für die Realisierung des schnellen Profites zu betrachten, sondern als eines zur Lösung künftiger Probleme. ‘Zukunftschancen’ weiterlesen

Ausgabe 7-8/2010

Inhaltlich geht es in der Juli & August Ausgabe unter anderem um:

… und noch um manches mehr. Das Magazin online durchblättern …

Michael Scharang: „Die Zeit ist ideal“

Optimismus. Aus Anlass seines jüngst erschienenen Buches spart Michael Scharang nicht mit Kritik am Bestehenden. Die Krise sei mehr als eine Systemkrise, sondern eine historische Chance auf einen echten Wandel. Die Linke ist jetzt zum Handeln aufgefordert.

Michael Scharangs neuer Roman „Komödie des Alterns“ liest sich wie eine Parabel: Im steirischen Kapfenberg treffen sich die beiden Helden, als sie jung sind, bei der lebensbedrohlichen Arbeit am Hochofen. Später verbindet sie eine jahrzehntelange Freundschaft, die dann allerdings in ihr Gegenteil umschlägt, sodass der eine gegen den anderen Hass und groteske Tötungsfantasien hegt. Diese zwei Don-Quichotte-artigen Protagonisten sind es, die sich als Senioren in die Haare geraten. Die Geschichte handelt von linken Idealen. Und am Ende nicht von ihrem Scheitern, wie man vermuten könnte, im Gegenteil – nicht in Scharangs Buch. ‘Michael Scharang: „Die Zeit ist ideal“’ weiterlesen

Ab in die Hängematte?

Soziale Sicherheit. Der Beschluss für die Mindestsicherung war keine 24 Stunden alt, schon wurden erste Töne laut, ob sich Arbeiten dann überhaupt noch auszahlt – eine Frage, die sich bei genauer Betrachtung von selbst beantwortet.

Vielleicht waren es Begriffe wie die “soziale Hängematte”, oder die jahrelange Diskussion, die dem Beschluss vorausgegangen war, oder auch die leicht zu entkräftende Kritik der größten Oppositionspartei, die den Regierungsparteien bei der Mindestsicherung wortwörtlich “Husch-Pfusch” vorwarf – die bedarfsorientierte Mindestsicherung, deren Einführung der Ministerrat Mitte März beschlossen hat, löste eine unschöne Neiddebatte aus. Tenor: „Warum soll man dann eigentlich noch arbeiten gehen?

Arbeitsmarkt
Selbst bei oberflächlicher Betrachtung liegt die Unsinnigkeit dieses Zugangs auf der Hand: Weil viele Menschen, vor allem ältere Frauen und Männer, aber auch immer mehr Jugendliche, selbst bei bestem Willen in Zeiten wie diesen gar nicht die Möglichkeit haben, einer geregelten bezahlten Arbeit nachzugehen. ‘Ab in die Hängematte?’ weiterlesen

Steuerparadies Österreich

Privilegien. Während die ArbeitnehmerInnen Monat für Monat ihre Steuern zahlen und die Regierung über neue Belastungen und Sparmaßnahmen nachdenkt, bleiben Gewinne aus Aktien, Vermögen und andere steuerliche Vorteile für Reiche unangetastet. Dabei wären hier enorme Summen zu holen.

Die Manager langen wieder kräftig zu. Krise, Rettung mit Steuergeldern? Nie gehört. Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, verdiente 2009 wieder 10 Mio. Euro, davon 8,3 Mio. Euro an Boni. Wofür? Wegen hoher Einnahmen aus Investmentbankinggeschäften. Also nicht, weil die Bank Kredite an Kunden oder Unternehmen vergeben hat, was gesellschaftlich sinnvoll wäre – sondern weil sie riskant und ertragreich gezockt hat. Auch in Österreich treibt es seltsame Blüten. Während die Post weitere (!) 900 MitarbeiterInnen abbauen will, wollte sich ÖIAG-Chef Peter Michaelis rückwirkend die Gage im Postaufsichtsrat um 87 Prozent auf 49.000 Euro erhöhen. Das ist für ihn übrigens nur ein Zusatzeinkommen für vier bis fünf Sitzungen im Jahr. Für eine solche Summe muss ein Briefträger zwei Jahre arbeiten gehen. ‘Steuerparadies Österreich’ weiterlesen

Eine Frage der Vernunft

Dwora SteinSeit einigen Wochen wird die Frage, in welcher Form die von der Wirtschaftskrise entstandene Staatsverschuldung wieder zurückgeführt werden soll, auch in Österreich verstärkt diskutiert.

Wir haben als GPA-djp schon sehr früh die klare Position vertreten, dass nun vor allem jene für die entstandenen Kosten aufkommen müssen, die es sich zum einen leisten können und die zum anderen in Zeiten der Hochblüte einer ungezügelten neoliberalen Kapitalismus enorme Vermögen angehäuft haben. ‘Eine Frage der Vernunft’ weiterlesen