Der Soziologe Bruno Cattero hat beim Task 04 zu “Transnationale Arbeit und Vernetzung im EBR” den Vormittag des zweiten Tages bestritten und da unter dem Titel “Italienisch Lernen” einen grundlegenden Input zu Kultur und Geschichte sowie unterschiedlichen Grundlagen der industriellen Arbeitsbeziehungen und der Gewerkschaften in Italien gegenüber dem deutschsprachigen Raum gegeben.
Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops in Udine war dieser Vortrag einer der absoluten Höhepunkte, der als besonders hilfreich und Augen öffnend bewertet wurde.
Gegen Ende des Workshops in Udine haben wir Bruno Cattero gebeten, die wichtigsten Punkte seines Inputs im Workshop im Gespräch vor der Kamera zusammen zu fassen.
So ist die folgende halbstündige Vorlesung entstanden, auf Youtube in 3 Teilen archiviert jederzeit auch für weitere Interessierte abrufbar:
Erster Teil: “Von den Missverständnissen ausgehend”
- Bruno Cattero leitet damit ein, dass er von den häufigen Missverständnissen zwischen der italienischen und der österreichischen EBR- und Gewerkschaftsseite ausgegangen ist, um diese Missverständnisse besser zu verstehen, damit auf Basis dieses Verstehens die Verbesserung des Zusammen Arbeitens angegangen werden kann.
- Er beschreibt Österreich und Italien als zwei grundlegend unterschiedliche Systeme und beschreibt im Folgenden, zu welchen typischen Missinterpretationen diese grundlegenden Systemunterschiede bei Betriebsräten aus Österreich und bei Gewerkschaftern aus Italien führen.
- Im Zuge dieser Skizze der Unterschiede im System wird ua. herausgearbeitet, warum in Italien die betriebliche Interessensvertretung idR von hauptamtlichen Gewerkschaftern organisiert wird und warum es im deutschsprachigen Raum das duale System gibt.
- Hier schließt nun die Analyse an, inwieweit die österreichischen und inwieweit die italienischen Vorannahmen und Missinterpretationen nun falsch sind und die tatsächlichen Systemunterschiede missverstehen.
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Zweiter Teil: “Zur Entwicklung guter EBR-Arbeit”
- Bruno Cattero kommt zu den Vorraussetzungen guter betrieblicher Interessensvertretung auf transnationaler Ebene: gegenseitige Anerkennung.
- Er appelliert aber auch, sich nicht im Übermaß auf die Unterschiede zwischen den ArbeitnehmervertreterInnen verschiedener Länder zu konzentrieren und darüber die “andere Seite”, die Arbeitgeberseite zu vergessen.
- Wann wird ein EBR ein funktionierendes transnationales Kollektivorgan, wie sollten die KollegInnen das angehen und was sollten sie sich nicht aufbürden.
- Wo steht der EBR in den Bemühungen der Arbeitnehmerseite gegenüber den Arbeitgebern aufzuholen und was wird es in Zukunft brauchen? Wer sind weitere Player abseits der EBRs auf der europäischen Ebene.
- Die Bedeutung von Netzwerken, dem Aufbau und dem “klugen” und zielgerichteten Auf- und Ausbau von Netzwerken.
- Bruno Cattero spricht die Notwendigkeit an, Netzwerke zu erforschen und das aus der Perspektive der Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnen heraus zu tun.
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Dritter Teil: “Konzepte für die Zukunft und die Weltwirtschaftskrise”
- Es kann nicht alles mit allem vernetzt sein, es braucht zielgerichtete Netzwerke und es braucht die Steuerungs- und Vermittlungsfunktion zwischen thematischen, Aufgaben- oder Branchen spezifischen Netzwerken. Hier kommt Bruno Cattero wieder auf die Europäischen Gewerkschaften und die Rolle der Wissenschaft, der gewerkschaftsnahen Bildungs- und Forschungsinstitute zu sprechen.
- Zuletzt wagt er einen Blick in die Zukunft, wie sieht er Erfolgsaussichten und Zeithorizont für größere Weiterentwicklungsschritte?
- Hier landen wir bei der Finanz- und der Weltwirtschaftskrise und einer Bewertung der schon spürbaren und noch erwartbaren Auswirkungen.
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