task 04: Im Netzwerk beraten – kollegiale Fallberatung

P1000758Bei diesem Arbeitsschritt steht die gegenseitige Beratung der EBR-Professional auf Basis eines umfassendes Erfahrungsaustausches im Mittelpunkt.  An Hand von drei Falldarstellungen:

  1. UNI Credit Group
  2. ENI
  3. FIAT

diskutierten und bearbeiteten die TN-Innen nach einen Fahrplan folgende Fragestellungen:

  • Profil des Konzerns und des EBR
  • Wirkung der Gewerkschaft auf die EBR-Arbeit (Situationen an denen ital. Gewerkschaften beteiligt waren und wie werden österr. Gewerkschaften wahrgenommen – Arbeitsteilung EBR und Gewerkschaften)
  • Wie läuft die Entscheidungsfindung im EBR ab?

Nach der Präsentation der drei Fälle durch Wolfgang Heinzl, Angelo di Cristo, Friedrich Schmit, Dario Ilossi und Alois Schlager wurden in drei Arbeitsgruppen nach einem Leitfaden bearbeitet.

Nach der Präsentation der Ergebnisse aus den Fallgruppen durch Gerhard Mikolasch, Hertha Dokulil und Michael Gobec gabs eine Abschlussrunde der Fallbringer mit den Experten, die von Rainer Plot geleitet wurde. Von dieser Abschlussrunde, wo zwei Fragen beleuchtet wurden:

  1. Was nehmen die Fallbringer aus der Beratung mit?
  2. Welche neue Ideen sind aufgetaucht?

gibt es eine kurze Mitschrift der Beiträge:

Wolfgang Heinzel:
Anhörungs- und Informationsrechte verstärken – die gelebte Praxis zu intensivieren.
Die Select-Comitees aus dem Financebereich sollen sich treffen.

Angelo di Christo:
Die bestehenden Verträge sind gut – die Bestimmungen müssen aber umgesetzt und in Anspruch genommen werden.
Die Mandatsverteilung innerhalb des EBR ist” work in progress”. Es weiterer Meinungs- und Erfahrungsaustausch innerhalb der Gruppe ist dazu notwendig.

Alois Schlager:
So eine offene, grundsätzliche Diskussion habe ich noch nicht erlebt. Ich bin den italienischen KollegInnen dankbar. Ich habe etwas über den historischen Hintergrund erfahren. Jetzt ist eine große Möglichkeit für eine Neuregelung.

Friedrich Schmit:
Ich war überrascht, dass das Thema Datenschutz so umfassend diskutiert wurde. Das zweite Thema ging etwas unter.

Dario Ilossi:
Die zwei Fallbeispiele haben mir bewusst gemacht, dass das Problem „Datenschutz“ für die österr. KollegInnen ein großes Problem ist. In Italien haben wir dazu ein strenges Gesetz. Die Betroffenheit ist in den europäischen Ländern unterschiedlich.
Mehr Zeit hätten wir für eine vertiefende Diskussion benötigt.  Zum Beispiel für das Problem in Rumänien, wo mehrere hundert AN-Innen keine gewerkschaftliche Vertretung haben.

Wolfgang Greif:
Die unterschiedliche Betroffenheit / Sensibilität zu einzelnen wichtigen Themen im EBR, muss beim Umgang mit diesem Thema beachtet werden. Bei der Themenauswahl muss sehr sensibel umgegangen werden, weil es unterschiedliche Prioritäten gibt.
Es gab eine unterschiedliche Sichtweise bei Transnationalität im EBR – z.B. was macht der EBR bei Schließung eines Betriebes ausserhalb des Headquarterlandes. Es herrscht eine Unsitte von europäischen Unternehmensleitungen gute Vorschläge von EBRs nicht zu berücksichtigen, dass ist aber keine länderspezifische Gegebenheit.

Mario Ongaro:
Komplizierte, schwierige, offene und ehrliche Diskussion in der Runde. Wir waren uns einige, dass es bessere EBR-Vereinbarungen gibt. Wichtig ist, was zur Zeit passiert. Die derzeitige Umstrukturierung führt zu heiklen Situationen innerhalb des Betriebs und zwischen den Gewerkschaften. Welche Rolle spielt der EBR derzeit? Es bedarf transnationaler Allianzen zwischen den Gewerkschaften für zukünftige Vorgangsweisen. Der EBR ist ein Organ der Information und Beratung und der EBR kann einen Einfluss ausüben – letztendlich kann der EBR kann keinen Abschluss vereinbaren.

Rainer Plot bedankt sich bei den TeilnehmerInnen für die Statements.


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