Grundsätzliche Gedanken zu einem Seminar für Mitglieder von Belegschaftsvertretungen in international agierenden Unternehmungen.
Status Quo
Sehr viele Unternehmen sind in einem globalisierten Netzwerk eingebettet. Oft ist es aber so, dass dies weder den Belegschaftsvertretungen noch den Beschäftigten in diesen Be-trieben auch wirklich bewusst ist.
Der Alltag ist sehr Standort bezogen und vom Mikrokosmos des Arbeitsplatzes mit all seinen das dort agierende Individuum beeinflussenden Faktoren beherrscht. Gedanklich endet vieles an den Werkstoren, kaum jemand macht sich die Mühe, einmal weiter zu denken und zu hinterfragen, warum unterschiedliche Abläufe im Unternehmen so sind wie sie sind.
Hinzu kommt oft auch eine gewisse Ohnmacht; Arbeits- und Leistungsverdichtung – ge-steuert von einem erbarmungslos von oben nach unten weiter gegebenen Druck – domi-nieren. Aber auch mangelndes Wissen über europäische und globalisierte wirtschaftliche Zusammenhänge reduzieren die Wahrnehmung auf die allseits üblichen Verallgemeine-rungen, die sich im Spannungsbogen von „denen da in Brüssel“ bis hin zu „Was kann ich schon tun?“ sammeln.
Dieser Fatalismus nützt – wenn überhaupt – nur den KapitaleignerInnen. In dem Augen-blick aber, in dem Belegschaftsvertretungen und in weiterer Folge Beschäftigte beginnen, zu hinterfragen und forschend einen Perspektivenwechsel einzunehmen, eröffnet sich die Chance einer Horizonterweiterung, verbunden mit der Chance des Erkennens, des Ver-stehens und damit auch mit der Möglichkeit, ein wenig gegen zu steuern.
Es geht dabei nicht um das Implementieren eines revolutionären Reingeneering, sondern ganz einfach darum, kritisch zu hinterfragen, zu erkennen und miteinander daraus zu lernen.
Das gilt für die Belegschaftsvertretungen, für die Beschäftigten und auch für die mit ein-gebundenen hauptamtlichen GewerkschafterInnen gleichermaßen. Alle verfügen – in wel-cher Form auch immer – über Wissen und Erfahrung. Dies gilt es, transparent und vor allem bewusst zu machen und daraus ein gemeinsames Handeln abzuleiten.
Letztlich kommt es auf die Solidarität an. Sie ist die Basis und das wohl am dichtesten und am tragfähigsten geknotete Netzwerk. Solidarität braucht vor allem ein entspre-chend herausgebildetes Bewusstsein, genau hier gilt es, anzusetzen, zu hinterfragen, bewusst zu machen.
Globalisierung ist nicht etwas Unerreichbares, Globalisierung beginnt an der Stechuhr. Einfach? Schwierig? Es ist meist nichts so schwierig, wie einfach zu sein. Ernesto „Che“ Guevara de la Sernas Ausspruch „Seien wir realistisch: versuchen wir das Unmögliche!“ erscheint gerade in diesem Zusammenhang als passend.
Die Unterlage zum Downloaden: Ruß – Globalisierung – Zusammenfassung 29052011x
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