Das ist eine äußerst unschöne Entwicklung, um das mal sehr durch die Blume auszudrücken. In vielen Fällen werden die Zusagen rund um Aussetzverträge nicht eingehalten. Personen werden nicht “wiedereingestellt” sondern eher “vor die Wahl gestellt”, wenn sie “wieder eingestellt” werden wollen, dann nur mehr als LeiharbeiterInnen.
Nach unseren Berechnungen der GPA-djp dürften rund 7.500 bis 10.000 ArbeitnehmerInnen im Industriebereich auf ihren Wiedereinstellungszusagen sitzen bleiben, weil die Betriebe die Aufnahme von LeiharbeitnehmerInnen bevorzugen statt eben die versprochenen Wiedereinstellungszusagen einzulösen.
“Selbst schriftliche Wiedereinstellungszusagen rund um Aussetzverträge sind offenbar das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Dabei sollte die verpflichtende Einstellung von ArbeitnehmerInnen mit Wiedereinstellungszusagen jedenfalls vor der Aufnahme von LeiharbeitnehmerInnen stehen, wenn sich die Auftragslage wieder verbessert. Nach den ersten Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft wird die Industriellenvereinigung nicht fertig damit, aufzuzählen, welche Vorteile die Beschäftigung von LeiharbeitnehmerInnen angeblich hat. Die Verantwortung gegenüber den noch immer Arbeitssuchenden mit so genannten Wiedereinstellungszusagen wird völlig außer Acht gelassen, eine unerträgliche Haltung”,
Utl.: Mindestzuwendung, Sozialleistungen und Befristung sowie Job- oder Ausbildungsgarantie für Arbeitslose gefordert
Straßburg (APA) – Das Europaparlament will der Ausbeutung von Jugendlichen durch kostenlose Praktika einen Riegel vorschieben. In einer am Dienstag im Plenum angenommenen Resolution spricht sich die Straßburger Volksvertretung für die Schaffung einer Europäischen Qualitätscharta mit Mindestanforderungen für Praktika aus, darunter auch eine “Mindestzuwendung basierend auf den Lebenshaltungskosten am Praktikumsort”. Verfasst wurde der Bericht von der jüngsten EU-Abgeordneten, der 26-jährigen dänischen Grünen Emilie Turunen.
Praktikanten sollen zudem einen Versicherungsschutz und Sozialleistungen erhalten. Praktika sollen Teil der Ausbildung sein “und keine realen Arbeitsplätze ersetzen”, heißt es in der Resolution weiter. Daher sollten sie zeitlich begrenzt sein, die Tätigkeit und die zu erwerbenden Qualifikationen sollen klar ersichtlich sein. Die EU-Institutionen sollen diesbezüglich mit gutem Beispiel vorangehen und künftig allen ihren Praktikanten eine Mindestzuwendung zahlen sowie Sozialleistungen gewähren. Derzeit gibt es nämlich auch in der EU zwar befristete, aber unbezahlte Praktika. WEITERLESEN …
Wie werde ich ein Teil der GPA-djp Jugend und wie viel kostet mich eine Mitgliedschaft?
Für SchülerInnen und StudentInnen gibt es eine neue Form der Mitgliedschaft in der GPA-djp Jugend:
Im Beitrittsjahr ist die Mitgliedschaft bis Jahresende kostenlos.
Danach beträgt dein Beitrag (ab 1. Jänner) Euro 0,70 pro Monat bzw. Euro 8,40 pro Jahr.
Serviceleistungen sind ab Beitrittsdatum für SchülerInnen und StudentInnen nutzbar, es gibt keine Wartezeit o.ä. Es kann im Streitfalle auch außerordentlicher Rechtschutz gewährt werden.
Vorteile
Dazu kommen zahlreiche Serviceleistungen wie z.B. der Internationale Jugendherbergsausweis, Jugendpresseausweis, die Zeitschrift „Unity“ der GPA-djp Jugend, 10% Ermäßigung auf Bücher und CDs in der ÖGB Buchhandlung, Informationsmaterialien zu den verschiedensten Themen, wie Schulrecht, Rechte und Pflichten als Lehrling etc.
Beispiele für die im Kollektivvertrag festgelegte Bezahlung in deinem Ferienjob:
Ferienjob in der Industrie (Metallindustrie)
Die Mindestentlohnung für die “branchenübliche” Form Ferienarbeit beträgt 1.123,- € brutto. Hinzu kommen noch anteilige Sonderzahlungen lt. Kollektivvertrag.
Ferienjob im Handel
Die Mindestentlohnung beträgt in den meisten Handelsbereichen 1.104,– € brutto pro Monat (Basis: wöchentliche Arbeitszeit 38,5 Stunden). In den Bundesländern Salzburg und Vorarlberg, 1.134,– € brutto. Hinzu kommen noch anteilige Sonderzahlungen lt. Kollektivvertrag.
Ferienjob bei Banken
Studentinnen und Studenten einer Fachhochschule, die im Rahmen der Absolvierung des nach der Studienordnung vorgeschriebenen Pflichtpraktikums in einem Mitgliedsinstitut tätig sind, sollen eine Entschädigung von mind. 1.000,– € erhalten. Hinzu kommen noch anteilige Sonderzahlungen lt. Kollektivvertrag.
Für alle Fragen zu Ferienjobs steht die die Bundesjugendabteilung der GPA-djp zur Verfügung:
Am vergangenen Donnerstag (17. Juni 2010) informierte die GPA-djp Wien zahlreiche Studierende über ihre Rechte bei Ferienjob, Praktikum, Pflichtpraktikum und Volontariat. Diesmal am Standort Uni Wien in welcher Zeitgleich die SUCCESS 10. Während in der Uni diverse „Jobs“ angeboten oder präsentiert wurden, informierten wir vor der Uni über die arbeits- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen beim arbeiten in den Ferien.
Beim Volontariat können SchülerInnen oder StudentInnen erstmals Erfahrungen und Kenntnisse in der Arbeitswelt sammeln. Im Unterschied zum Pflichtpraktikum besteht allerdings kein Arbeitsverhältnis. Als VolontärIn ist man daher an keine Arbeitszeiten gebunden, der Arbeitgeber hat kein Weisungsrecht und der/die VolontärIn ist nicht in den Betrieb eingegliedert. Es besteht somit einerseits keine Arbeitsverpflichtung, aber auch kein Rechtsanspruch auf Entgelt. Arbeitsrechtliche und kollektivvertragliche Bestimmungen finden daher normalerweise keine Anwendung. VolontärInnen sind nur in der Unfallversicherung pflichtversichert und müssen durch den Arbeitgeber bei der AUVA angemeldet werden.
Unter 18
Für PraktikantInnen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sieht das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz Beschränkungen der Arbeitszeit und der erlaubten Tätigkeiten vor. Dieses Gesetz gilt sowohl für Ausbildungsverhältnisse als auch natürlich für Arbeitsverhältnisse.
Am Dienstag, 15. Juni 2010 startete die GPA-djp Oberösterreich die Aktionswoche “FAIR statt PREKÄR – Ferienjob, Praktikum & Co”. An der Johannes Keppler Universität Linz wurden mehr als 1.000 StudentInnen über die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen beim arbeiten in den Ferien und über die Serviceleistungen der GPA-djp informiert. Mehr Infos zur Aktionswoche gibt es hier im Blog oder auf unserer Homepage!