Arbeitslosigkeit senken, die Verschuldung abbauen und Strukturreformen angehen
Standard 25.1.2010: Wifo-Chef für “Vitaminstoß” für die Wirtschaft
In dem Artikel prognostiziert Karl Aiginger vom Wifo einen Anstieg der Arbeitslosenrate bis 2013 auf 8,3 Prozent. Er geht davon aus, dass es Ende Jänner knapp 400.000 arbeitslose Menschen in Österreich geben wird.
Gleichzeitig betont er im Artikel, dass das Defizit um eine Milliarde niedriger ausgefallen ist. als erwartet. Er empfiehlt:
Die Konsolidierung des Haushaltes sei erst für 2011 angesagt, jetzt sollte die Regierung für mehr Wachstum und Strukturreformen sorgen. “Wir haben in einem Jahr gespart, in dem es nicht notwendig war.”
Kolumne der Woche:Hartz IV und Roland Koch
Hartz IV und Arbeitslosigkeit – in der Politik ist das ein Dauerthema. Und in dieser Woche wurde die Debatte bestimmt durch den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch.
Jan Kröger schreibt wöchentlich die Kolumne für detektor.fm
Koch forderte, Hartz IV-Empfänger müssten als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung unbedingt einer Beschäftigung nachgehen. Er plädierte also für eine Arbeitspflicht. Bei einer Arbeitslosenzahl von fast vier Millionen ziemlich zynisch, fanden viele. Auch unser Kolumnist Jan Kröger denkt so, aber er will wenigstens einer Versuchung widerstehen.
Firmengründungen als Notlösung aus der Arbeitslosigkeit enden allzuoft bei der Schuldnerberatung
Der ORF-Salzburg widmet sich der Selbstständigkeit, die von ehemaligen Beschäftigten oft als letzter Ausweg von der Arbeitslosigkeit gesehen wird. Selbst in diesen schwierigen Situationen lauern oftmals dubiose Geschäftemacher mit der “Mogelpackung” Subunternehmerschaft. Peter Niederreiter von der Schuldnerberatung schildert im ORF-Artikel:
“Das sind zumeist Leute, die aus einer Notlage heraus quasi selbstständig ‘gemacht’ werden. Da gibt es zum Beispiel Speditionen, die sagen: ‘Wir stellen Dir einen Kleintransporter zur Verfügung. Anstellen können wir dich nicht, aber wenn Du dich selbstständig machst, bekommst Du von uns die Aufträge.’
Bei den Gründen für ihre Überschuldung geben 2008 bei der Schuldenberatung 22 % der Beratenen ihre “gescheiterte Selbstständigkeit” an.
Einfachnennungen bei Erstberatungen 2008
19%
Arbeitslosigkeit /
Einkommensverschlechterung
22%
Selbstständigkeit
18%
Umgang mit Geld
9%
Bürgschaften /
Mithaftungen
7%
Scheidung /
Trennung
8%
Wohnraumbeschaffung
15%
sonstige
Gründe
Arbeitslosigkeit bzw.
Einkommensverschlechterung,
z.B. durch Kurzarbeit, Wegfall von
Überstunden oder PartnerInnen-
Einkommen
Gescheiterte Selbstständigkeit
erscheint mit 22% bei
Einfachnennung von Gründen
für Überschuldung am häufigsten.
Unter Umgang mit Geld wird
der mangelhafte oder ungeplante
Umgang mit Geld bzw.
die inadäquate Haushaltsbudgetplanung
(Ausgaben sind nicht an
die Einkommenslage angepasst)
verstanden.
Sonstige
Gründe beinhalten
beispielsweise
persönliche Härtefälle
(Krankheit, Tod, …), Unterhaltsverpflichtungen,
Sucht, Straffälligkeiten
und Ähnliches.
Bei einer Vielzahl der KlientInnen von
Schuldenberatungen tritt jedoch eine
Kombination aus mehreren Gründen auf,
die statistisch nicht eindeutig erfassbar
ist: Schuldenprobleme werden oft durch
eine Kombination aus Arbeitslosigkeit und
Scheidung oder durch Scheidung und
Bürgschaft virulent.
Junge Arbeitslose – trübe Schicksale – so düster wie das Wetter
Ein Artikel im Kurier -
Montag, 9.00 Uhr morgens, AMS. Die Stimmung ist so düster wie das Wetter. Auffallend viele Junge sind ohne Job. Eine Reportage von Iga Niznik
Die Warteräume sind gut gefüllt, aber stehen muss niemand. Es herrscht Stille, nur zwischendurch werden Namen aufgerufen. Patrick S.* wartet tief im Stuhl versunken. Er hat seine Kappe ins Gesicht gezogen, Stöpsel im Ohr. Auf seiner “Meldung zur Stellensuche” ist zu lesen: Beruf: Bäcker. Angelernte Tätigkeiten: Maurer, Betonierer. S. ist 25 und hat seine Stelle am Bau verloren. “Da ist es gerade recht aussichtslos, ich werde es als Bäcker probieren.” Seinen Beruf mag er wegen der Arbeitszeiten nicht, lieber wäre ihm eine Stelle am Bau, trotz der Temperaturen.
Übrigends das AMS wird von Security beschützt. Wer beschützt die Menschen vor dem Greuel der Arbeitslosigkeit?
Arbeitslosigkeit senken
Im Standard am 15.1.2010 wird eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes “market” präsentiert. Die von ihnen befragten Personen sehen als wichtigste Forderung an die Regierung:
73 Prozent der Befragten bewerteten im Schulnotensystem die Reduzierung der Arbeitslosigkeit mit der Note eins und damit als “ganz wichtig”.
Dass heimische Banken auch 2010 gestützt werden sollen, halten ebenfalls nur vier Prozent der Österreicher für “sehr wichtig”.
Armutsbekämpfung: Mythen, Fakten, Lösungen
Österreich – kein Weihnachtsmärchen
Podiumsdiskussion & Benefizveranstaltung am 9. Dezember 2009 im ÖGB-Verlag
“Österreich – Kein Weihnachtsmärchen” – unter diesem Titel diskutierten ÖGB, Armutskonferenz und AK Wien am 9. Dezember abends Mythen und Fakten zum Thema Armut und skizzierten gemeinsam Wege zu einer fairen Verteilung des Wohlstands im Land.
Soziale Kälte trifft Arbeitslose
Die ersten Daten von Dezember 2009 und vom gesamten Jahr 2009 sind beim AMS verfügbar.
- Vorgemerkte Arbeitslose im Jahr 2009 nach Monaten
- Veränderungen zum jeweiligen Vorjahresmonat in Prozenten
- Jugendarbeitslosigkeit im Dezember 2009 im Vergleich zu November 2009
- Anzahl der Arbeitslosen mit 50 und älter im Dezember 2009
Mehr unter Zahlen und Daten
Arbeitslosigkeit versus Pfuscherboom
In einem Artikel der Presse am Wochende geht Franz Schellhorn folgender These von ÖVP-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka nach:
Je mehr Menschen ohne Arbeit sind, desto eher weichen sie auf den Schwarzmarkt aus, räsonierte Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) Mitte der Woche.
Nicht die Arbeitslosen sind die Verursacher einer steigenden Schattenwirtschaft, sondern die ungebrochene starke Nachfrage nach deren Tätigkeit – wie es im Artikel heisst. Wieviele Bauunternehmer profitieren von Schwarzarbeit und melden ihre Beschäftigten nicht ordnungsgemäß an? Arbeitslose, armutsgefährdeten Menschen werden schamlos von diesen für ihre Profitinteressen ausgenutzt – hier ist politische Aktivität gefragt.
So viele Arbeitslose wie zuletzt 1998
Die Arbeitslosenquote in der Eurozone erreicht im November die 10-Prozent-Marke.
Österreich 2009 mit zweitniedrigster Quote in der EU.
Mehr dazu in der Wiener Zeitung….
Arbeitslosenunterstützung
Im Blog des Betriebsrats METRO Cash & Carry Österreich
Vor mehr als 75 Jahren schrieb Käthe Leichter in der Zeitschrift “Arbeit & Wirtschaft” über die Solidarität mit Arbeitslosen.
Die Notwendigkeit gesellschaftlicher Solidarität mit Arbeitslosen als demokratische Grundforderung war eines der zentralen Ergebnisse der Studie »Die Arbeitslosen von Marienthal«, die ein junges Forscherteam 1933 veröffentlichte.



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