Arbeit macht krank
39,9 Prozent sind wegen arbeitsbedingter Gesundheitsprobleme arbeitslos
UnternehmerInnen werfen kranke Menschen raus. Besonders zynisch argumentierte der UnternehmerInnenvertreter und WKÖ-Funktionär Martin Gleitsmann indem er die Statistik einfach uminterpretierte und sagte “Arbeitslose feiern krank”!
“Nicht die Arbeitslosen feiern krank, sondern die Kranken werden arbeitslos. Sie werden nämlich von ihren Arbeitgebern rausgeworfen. Und wenn sie einmal arbeitslos sind, ist das psychisch stark belastend, und das macht erst recht wieder krank”,
sagt Bernhard Achitz, Leitender ÖGB-Sekretär. WKÖ-Experte Martin Gleitsmann interpretiere die gestern, Dienstag, präsentierte Fehlzeiten-Statistik völlig falsch. “Die Kranken zu bestrafen, ist zynisch. Stattdessen müssen die Arbeitsplätze so gestaltet werden, dass Arbeit nicht krank macht”, fordert Achitz.
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Karin Küblböck und Christian Felber zeigten in einem Artikel am letzten Wochenende in Der Presse die Schritte für den Weg aus dem europäischen Finanzschlamassel auf. Sie sehen die Ursachen des “griechischen Problems” in der neoliberalen Konstruktion der Eurozone und des Binnenmarktes. Ein Auszug aus den Problemlösungsschritten, die sie in diesem Artikel fordern:
- Einführung von einer Finanztransaktionssteuer von 0,1 %
- Harmonisierung von Kapital- und Unternehmenssteuern
- Regulierung der Fonds
- Die Militärausgaben dürfen jährlich nicht mehr als 2,0 % des BIP betragen.
Zu weiteren Infos kommt ihr mit dem Link oben.
Mehr als 700 BR-Mitglieder beschließen ihre weiteren Strategien für die Arbeitszeitverhandlungen (ein Auszug davon)
- Arbeit endlich fair zu teilen – durch Verkürzung der Normalarbeitszeit und Verringerung der regelmäßigen Überstunden.
- Gleitzeit nicht für grenzenlose Ausdehnung der (Normal-)Arbeitszeit zu missbrauchen.
- Mitbestimmungsrechte der ArbeitnehmerInnen bei Lage, Ausmaß und Verteilung der Arbeitszeit auszubauen.
Hier gehts zu den Pressemeldungen
Rudolf Kaske, der Arbeitsmarktsprecher des ÖGB, hält die geplanten Budgeteinsparungen von 124,6 Mill. Euro für einen Schritt in die falsche Richtung.
“Einsparungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik bedeuten, dass es entweder weniger Schulungen geben wird oder deren Qualität sinkt”,
befürchtet der Kaske. Angesichts der anhaltenden Arbeitslosigkeit wiederholt Kaske auch die Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes und nach Wegfall der Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe. “Arbeitslosigkeit darf nicht zu einem Abrutschen in die Armut führen. Sogar von der OECD hat Österreich wegen des niedrigen Arbeitslosengeldes bereits Kritik geerntet”.
Der Text der Presseaussendung
Der Sozialminister zeigt sich erleichtert, weil erstmals die AL-Zahlen um 1,8 % niedriger sind als vor einem Jahr. Der erste Rückgang seit 16 Monaten. Im selben Artikel in ” der Presse” die Wifo-Expertin Ulrike Huemer fest:
Vor einem Jahr sei die Arbeitslosigkeit steil angestiegen und habe ein hohes Niveau erreicht. „Jetzt verharrt sie auf diesem hohen Niveau“, so Huemer. Inklusive Schulungsteilnehmern rechnet das Wifo im Jahresschnitt mit 26.000 zusätzlichen Arbeitslosen.
Ein drastischer Anstieg ist bei den Langzeitarbeitslosen zu verzeichnen. Die Zahl der Personen, die länger als zwölf Monate als arbeitssuchend gemeldet waren und in dieser Zeit auch keine Schulungen besucht haben, stieg im Vergleich zum März des Vorjahres um fast 30Prozent.
Mehr als 400.000 Arbeitslose, aber rund 25.000 offene Stellen, für die sich niemand findet – wie geht das zusammen? Ulrike Huemer, Arbeitsmarktexpertin des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) rückt im KURIER-Gespräch einige Vorurteile zum Thema Arbeitsmarkt zurecht.
Im Artikel wird AMS-Chef Johannes Kopf zitiert:
Wenn es um einen Job geht? “Sie sind nicht wahnsinnig flexibel und mobil” - ein 17-jähriger Burgenländer gehe lieber stempeln als nach Tirol oder Salzburg arbeiten.
Also dem Herrn Kopf zur Erinnerung: Was bedeutet “wahnsinning” – das Wort “wahnsinnig” geht bis ins 15 Jhdt. zurück bedeutet also in etwa “ohne Sinn und Verstand”. Da die Formen des Phänomens “Wahnsinn” sehr vielfältig sind, können die Interpretationen dessen, was als Symptom dieses Zustands anzusehen ist, sehr unterschiedlich ausfallen. In jedem Fall bewegen sich die Verhaltensweisen und Ausdrucksformen der Wahnsinnigen in bestimmter Weise außerhalb der Norm. Die Betroffenen sind damit aus der Mitte ihrer sozialen Umwelt – im buchstäblichen Sinne – “ver-rückt”.
Also welche Normen hätte der AMS-Chef gerne?
- dass jede/r kreuz und quer durch Österreich fährt, seinen Lebensmittelpunkt hin und her verschiebt
- dass der Berufsschutz aufgehoben wird – die Wichtigkeit von Bildung wird zwar immer betont – aber danach bezahlt zu werden – ist nicht wahnsinnig flexibel
- Arbeiten um jeden Preis am besten mit flexibler Auslegung der Arbeitsrechte
- …
Verrückt – Oder?
Abgleiten in die Armut muss verhindert werden
Die Bundesgeschäftsführerin der GPA-djp, Dwora Stein bezieht sich in einer Presseaussendung auf die Ergebnisse einer Sonderauswertung zum Arbeitsklimaindex der AK-Oberösterreich
”Die heute von der AK-Oberösterreich präsentierte Sonderauswertung des Arbeitsklima-Index bestätigt eindrucksvoll die gewerkschaftliche Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes.”
Vier von zehn Arbeitslosen haben zudem mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen.
Wer seinen Job verliert, hat Probleme damit, die monatlichen Fixkosten zu decken. Für 43 Prozent der Arbeitslosen reicht das Einkommen nach eigenen Angaben nicht zum Leben aus. Bei den Beschäftigten sind es hingegen nur sieben Prozent, die mit dem Geld nicht auskommen.
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1,5 Billionen Euro haben die Zentralbanken seit der Finanzkrise erschaffen. Sie gaben sie den Banken, die damit der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen sollten. Doch bei Autoherstellern und Maschinenbauern ist das Geld nie angekommen. Wo ist es geblieben?
In dem Artikel der “Zeit” gehen die RedakteurInnen einer entscheidenden Frage nach:
Ganz am Anfang jedoch gilt es herauszufinden, woher das Geld stammt, das den Kapitalismus zu neuem Leben erwecken sollte. Man muss sich noch einmal an jenem 24. Juni 2009 zu Herrn S. in die Bank begeben, oder genauer: an den Ort, von dem er sich das Geld holte, an den Sitz der Europäischen Zentralbank, in den Eurotower, einen dieser typischen Frankfurter Glaskästen.
Der Artikel zum Downloaden: DIE ZEIT Alsdas GeldvomHimmelfiel
„Wir brauchen neue Regeln für Managergehälter“, sagt AK Direktor Werner Muhm anlässlich einer Diskussionsveranstaltung der Arbeiterkammer. Kurzfristige Gewinnmaximierung, exorbitante Zuwachsraten für AktionärInnen und ManagerInnen – das sind die Zutaten, die maßgeblich zur aktuellen Wirtschafts-krise beigetragen haben.
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