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Arbeitslosigkeit ist Hauptrisiko für Armut

Ich habe gestern einen Beitrag zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen und zu den Aussichten des Arbeitsmarkt unter den Bedingungen der durch Spekulation und neoliberale Deregulierung verschuldeten Wirtschaftskrise gepostet.
Die wichtige Info: Arbeitslosigkeit wird nicht rasch verschwinden und es sind viele Menschen betroffen!

Rund 300.000 arbeitslos gemeldete im Jahresdurchschnitt heißt dabei aber nicht, das “nur” 300.000 von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Im Verlaufe eines Jahres sind es in etwa 3 mal so viele Menschen, die irgendwann in diesem Jahr eine Zeit lang arbeitslos gemeldet sind.
Zumindest einen Tag arbeitslos  gemeldet waren etwa 2006 genau 802.563 und im vergangen Jahr 2008 exakt 776.194 Menschen.1

Nun sind von der Arbeitslosigkeit einer Person zumeist ganze Haushalte betroffen. Und Arbeitslosigkeit ist das Hauptrisiko für ein Abrutschen in die Armut. Das Arbeitslosengeld liegt im Durchschnitt unter der Armutsgrenze und zwingt alle Betroffenen zu starken Einschränkungen.

Armutsgefährdung
Die Armutsgefährdungsschwelle für Alleinlebende betrug 2008 in Österreich 912,- Euro pro Monat und erhöhte sich bei Mehrpersonenhaushalten um 456,- Euro pro Erwachsenen bzw. um 274,- Euro pro Kind.2 Rein rechnerisch kommen wir bei einer Standardfamilie von zwei Erwachsenen und zwei Kindern also auf eine tatsächliche Armutsgefährdungsschwelle von 1.916 Euro für diesen vierköpfigen Haushalt.

durchschnittliches Arbeitslosengeld 2008

durchschnittliches Arbeitslosengeld 2008

Arbeitslosengeld wird immer mickriger
Das durchschnittliche Arbeitslosengeld betrug im Dezember 2008 nun aber gerade einmal 806,- Euro, die Notstandshilfe durchschnittliche 603,- Euro. Das bedeutet bei den Inflationsraten der letzten Zeit übrigens, dass das durchschnittliche Arbeitslosengeld :

im Oktober 2008 inflationsbereinigt bereits um 7% niedriger war als noch 8 Jahre früher!

Die Armutsgefährdung nimmt mit Dauer der Arbeitslosigkeit nun noch stark zu. Wenn der Bezug nach 20 bis 52 Wochen endet, kann man Notstandshilfe beantragen. Doch auf diese wird ein Einkommen des/der Partner/in angerechnet.
Bei den 1- 5 Monate lang Arbeitslosen beträgt die Gefährdung, in unverschuldete Armut abzurutschen noch “nur” statistisch errechenbare 10%. Bei Betroffenen, die 6 bis 11 Monate arbeitslos sind, steigt diese statistisch errechenbare Armutsgefährdung bereits 24% und bei denen, die ganzjährig arbeitslos sind schon 52%.

  1. Das bedeutet dass bei etwa 3,4 Mio. unselbständig Beschäftigten, dass fast jeder Vierte betroffen ist. Durch die Wirtschafskrise wird sich diese Betroffenheit stark erhöhen. []
  2. Statistik Austria, 16.3.2009 []
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