“Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.”
Karl Marx
Der tägliche mediale Rundblick erweckt nicht nur den Eindruck, dass immer mehr Bedrohungen auf uns zu kommen, ja sogar auf uns einstürzen. Zusätzlich macht sich nicht selten auch das Gefühl breit, als würden Antworten und Lösungen auf die bestehenden Herausforderungen entweder gänzlich fehlen oder gingen im Widerstreit unterschiedlichster Ansichten verloren.
Bevor wir im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise von immer neuen Hiobsbotschaften überrollt wurden, waren die öffentlichen Debatten von der globalen Klimaerwärmung geprägt. Glaubt man Medien und PolitikerInnen in Europa und in der sogenannten westlichen Welt, stellt Migration vor allem eine Bedrohung für unseren Wohlstand dar. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aber auch neue faschistische Bewegungen wie beispielsweise in Ungarn rücken näher an die bisherigen politischen Machtzentren heran. Der globale “Krieg gegen den Terror” begrub die Hoffnungen, dass nach dem Ende des kalten Krieges eine Ära des globalen Friedens anbrechen würde.
Angesichts dieser Bedrohungen fühlt die der bzw. die Einzelne oft hilflos. Die Komplexität der Konflikt- und Problemfelder scheint einen Grad erreicht zu haben, bei dem die “einfachen BürgerInnen” den Durchblick bzw. die Orientierung verlieren. Noch nie konnte man in den Medie so viele “ExpertInnen” sprechen hören und doch bleiben die Informationen, die wir erhalten, bruchstückhaft. Anstatt ein rundes Gesamtbild zu bieten, bewirken die vielen Analysen und Diskussionsrunden häufig eine Verstärkung der Unsicherheit und des diffusen Gefühls der Angst vor der Zukunft. Doch genau an dieser Stelle treten Demagogen und falsche Propheten auf Plan, greifen diese diffusen Gefühlslagen auf und versuchen damit politisches Kleingeld zu machen, indem sie einfache Lösungen anbieten – Lösungen, die jedoch in aller Regel der Komplexität unserer heutigen Welt nie gerecht werden können.
Mit unserer Bildungsreihe “Anders betrachtet” wollen wir dem diffusen Gefühl von Orientierungslosigkeit, Unsicherheit und damit gepaarter Uniformiertheit entgegentreten. Wir wollen einen anderen Blick auf gesellschaftliche und politische Probleme werfen, abseits von der tagtäglichen Informationsflut, die letztlich doch nur einfache Antworten oder erst recht wieder Ratlosigkeit bzw. beides zurück lässt.
In zweitägigen Workshops wollen wir gemeinsam mit kritischen WissenschafterInnen, AktivistInnen und GewerkschafterInnen, die die Kernidee der Gewerkschaftsbewegung eines gerechten und friedlichen Gesellschaftssystems und einer menschenwürdigen Arbeitswelt teilen, alternative Sichtweisen auf aktuelle Probleme unserer Gesellschaft erarbeiten. Ziel ist es, systematische Zusammenhänge offen zu legen und so die Frage zu stellen, was wir selbst dazu beitragen können, um unsere Vorstellungen einer besseren Welt näher zu kommen. Dabei gilt es vor allem auch zu hinterfragen, ob die Antworten und Vorschläge, die wir aus Medien und Politik vernehmen, tatsächlich die besten Problemlösungen darstellen oder ob es sich nicht bloß um die “herrschenden Ideen der Herrschenden” handelt.
Workshops zu folgenden Themen in der Bildungsreihe wurden bereits durchgeführt oder sind derzeit in Planung:
Zu folgenden Themen werden ebenfalls Workshopangebote konzipiert:
- Rassismus
- Faschismus/Rechtsextremismus
- Friede
- Verteilungsgerechtigkeit
- Geschlechterfragen
Die Workshops werden über den Blog der GPA-djp Bildungsabteilung ausgeschrieben. Dort sind auch genaue Informationen zu den Inhalten der Workshops, Terminen und Veranstaltungsorten etc. enthalten finden.
Zu den einzelnen Workshopthemen der Bildungsreihe wird es Seminar- bzw. Themenblogs geben, die je nach Entwicklungsstadium der Workshops online gehen und auf denen ebenfalls Informationen zu den Seminaren sowie weitere Materialien zu den Themen enthalten sein und von Zeit zu Zeit aktualisiert werden. (Siehe zum Beispiel oben, Links zu “Krise” und “Migration”!)